DOKUMENTATION

 

„Podium für alle“ – 5. Mai 2024 im Haus der Kulturen 

Im Rahmen des Protesttag am 5. Mai 2024, der zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderungen dient, und Inklusion näher bringen soll, fand eine Podiumsdiskussion mit dem Titel „Podium für alle“ statt. Hier waren alle Menschen dazu eingeladen, ihre Aspekte in Bezug auf Inklusion heranzutragen. Rund 50 Personen nahmen daran teil. es gäbe Wortmeldungen, die in Stichworten von zwei Ehrenamtlichen (Daniela Biurgardt und Anne Kaiser) auf Tafeln vor Ort festgehalten wurden. 

Dieses Podium war Teil des Aktions-Tages “Mehr Inklusion – weniger Barrieren für uns” im Haus der Kulturen – organisiert von der Freiwilligenagentur Jugend-Soziales-Sport e.V. Braunschweig mit zahlreichen Ehrenamtlichen.

 

 

 
Barrierefreiheit fängt schon im Kopf an

Inklusion kann nur funktionieren, wenn alle Menschen mitmachen und sich engagieren. Mit unseren Projekten und Veranstaltungen schaffen wir Netzwerke, die uns zusammenführen und dafür sorgen, die eigenen Denkweisen zu reflektieren.

Gemeinsame Aktionen, wie der Protesttag verringern mögliche Berührungsängste und helfen Menschen mit Beeinträchtigungen gesehen zu werden – um sich für ihre Bedürfnisse und Rechte einsetzen zu können. Zu den wichtigen Anlaufstellen für Menschen mit Behinderungen in Braunschweig zählen z. B.

Die Stadt Braunschweig hat einen Kommunalen Aktionsplan Inklusion entwickelt und veröffentlicht.

Auf unserem “Podium für alle” wurde auch auf die UN Behindertenrechts-Kommission hingewiesen. Moderator Christian Sielaff zitierte hieraus und gab daraus Inhalte in das Podium. Die Teilnehmenden erzählten im Podium aus ihren persönlichen Erfahrungen, Erlebnissen und Beobachtungen.

 

BEISPIEL: Inklusiver Sport

Gemeinsame Interessen und jede Menge Spaß – die Lebenshilfe in Braunschweig bietet mit seiner Initiative die Möglichkeit an, Menschen mit Beeinträchtigungen Mitglied eines Sportvereins zu werden. Darunter gibt es Unified Teams, wo Menschen mit und ohne Behinderung zusammenkommen und an Meisterschaften teilnehmen.

Wie erfolgreich dieses Konzept ist, berichtete Marcel Glindemann vom Beachvolleyball-Team des USC Braunschweig und der Lebenshilfe Braunschweig zusammen mit Frank Rogalski (Projektmanager Sport inklusiv, Lebenshilfe Braunschweig) auf der Podiumsdiskussion. Marcel Glindemann gewann bereits die Bronzemedaille bei den Weltspielen und stand zur Wahl „Sportler des Jahres“ zur Auswahl.

 

THESE: Menschen werden behindert

Obwohl sich schon viel im Bereich Inklusion getan hat, gibt es trotzdem weiterhin Barrieren, die schwer zu überwinden sind. Dazu haben einige Teilnehmende aus ihren Erfahrungen berichtet.

Ein Beispiel wäre das Haus der Kulturen in Braunschweig. Aufgrund des Denkmalschutzes dieses Gebäudes, scheitert das Vorhaben barrierefreier zu werden an der Bürokratie, wie der Erste Vorsitzende  (und unser heutiger Gastgeber) Adama Logosu-Teko berichtet.

Kreativität ist gefragt – eine mobile Rampe im KufA Haus im Westlichen Ringgebiet in Braunschweig ermöglicht es mittlerweile Menschen, die auf einen Rollstuhl angewiesen sind, auf die Bühne zu bekommen. Das berichtet eine der Rollstuhlfahrerinnen im Podium. 

Standards sollten unbedingt verändert werden und das fängt schon bei der Planungsarbeit, wie z. B. mehr Aufzüge in öffentlichen Gebäuden. Mehr Mobilität bedeutet eine größere Chance am öffentlichen Leben teilnehmen zu können.

Neben barrierefreier Gebäudeplanung, gibt es auch einige Kritikpunkte in der Bildungsarbeit. Dabei gibt es zu wenig Schnittstellen zwischen Schule, Ausbildung und Studium.

 

 
Erfahrungsberichte: Jede Art von Diskriminierung ist traurig

Es passiert oft, dass Menschen mit Behinderungen diskriminiert und in ihrem Sein abgewertet werden. Allein das Wort „behindert“ ist mit vielen Vorurteilen behaftet und wird mitunter (manchmal gedankenlos) als Beleidigung benutzt.

Daneben spielt Gewalt eine große Rolle. So berichtete eine Teilnehmerin in der Podiumsdiskussion, Augenzeugin einer Straftat geworden zu sein, in der Jugendliche versucht hätten, eine Rollstuhlfahrerin auf die Straßenbahngleise zu schubsen.

Auch ist es schon vorgekommen, dass Betroffene, die in Pflegeheimen wohnen, vernachlässigt und nicht gut behandelt werden, wie eine weitere Teilnehmerin des Podiums berichtet.

In Verkehrsmitteln kann es vorkommen, dass einem nicht geholfen wird oder das zu wenig Rücksicht auf Menschen mit Beeinträchtigung genommen wird. Wenn dies der Fall ist, sollte man sich umgehend bei der Verkehrs GmbH melden und sich vorher Uhrzeit, Ort und Busnummer merken. Auch der Behindertenbeirat Braunschweig ist hier der richtige Ansprechpartner.


AUFRUF: Inklusion soll vorgelebt werden

Das “Podium für alle” möchte Probleme sichtbarer machen und ein Netzwerk schaffen – Vielfalt kann nur entstehen, wenn Menschen mit und ohne Beeinträchtigung sich begegnen und gemeinsam für ihre Rechte kämpfen. Es wurde vorgeschlagen am nächsten 5. Mai gemeinsam mit den anwesenden Akteur*innen in der Innenstadt von Braunschweig eine große Protestveranstaltung zu organisieren.

Seine eigenen Werte zu vertreten erfordert viel Mut, aber es lohnt sich. Jeder von uns ist ein wichtiger Teil der Gesellschaft, in der es die Bedürfnisse aller zu berücksichtigen gilt. Steht auf und schließt euch zusammen!

Fotogalerien

Podium für alle im Haus der Kulturen

Galerie 1

Galerie 2


Fotos
: Dejavue Photography

Text und Redaktion: Freiwilligenagentur Jugend-Soziales-Sport e.V. (Daniela Burgardt / Oliver Ding / Anne Kaiser u.a.)