Am 25.04.2024 um 17:00 Uhr dreht sich im Mitgestaltungspunkt alles um Kultur


Wolfenbüttel.
Die Kultur, die uns alle umgibt, prägt uns und wir prägen die Kultur um uns herum. Tag für Tag, teils bewusst, oft auch unbewusst. Die Art wie wir uns kleiden, wie wir reden, wie wir mit anderen Menschen interagieren, was für Vorlieben wir haben und wie wir diese ausleben – all das sind vielfältige Formen von Kultur. Bereits die Fragen, wie, was, wann und wo wir Essen, sagt einiges über unsere kulturelle Prägung aus. Kultur hat tausende Gesichter: vom Brecht-Gedicht, über regionale Feste und Bäuche wie Karneval im Rheinland bis hin zu Graffiti Tags und Parolen an öffentlichen Wänden.

Oper oder Punkrockkonzert? Weinprobe oder Eckkneipe? Streetfoodfest oder Pommesbude? Stadionbesuch oder Museum? Sind das überhaupt Gegensätze? Jede*r von uns hat seine ganz eigenen kulturellen Vorlieben und bewegt sich in vielfältigen Kulturbereichen und Subkulturen. Und mit unserer Kreativität, unseren Standpunkten, Einstellungen, unserer Lebensweise und unserer aktiven Teilhabe tragen wir wiederum zum Wandel von Kulturen und zur Entstehung neuer Kulturbereiche bei.

Dabei hat Kultur einerseits eine unfassbare Gestaltungskraft, sie stiftet Identität, führt Menschen zusammen, ist Rebellion, Freude und Gemeinschaft. Auf der anderen Seite besitzt Kultur aber auch die Macht, Menschen auszuschließen und zu unterdrücken. So wird rassistische Hetze heutzutage meist mit scheinbaren kulturellen Unterschieden und Wertigkeiten begründet. Darüber hinaus wird Kultur im Kapitalismus schnell zur Ware, die Markt- und Profitgesetzen untergeordnet wird, was ihren Inhalt nachhaltig verändert. In diesem Zusammenhang ist häufig von Kulturindustrie die Rede. Von Superstars wie Taylor Swift bis zum prekär lebenden Kleinkünstler oder Kabarettisten, der versucht, in der Kulturszene Fuß zu fassen: Kultur verliert schnell ihren ursprünglichen Zweck, wenn es in erster Linie darum geht, sich zu verkaufen. Das heißt auch, Kultur zu konsumieren oder an kulturellen Aktivitäten teilzunehmen, weist für uns gewisse (nicht nur, aber vor allem) finanzielle Zugangsbeschränkungen auf. Bücherkauf, Spotify-Abo, Theaterbesuch oder zum Rummel gehen: Kulturelle Angebote sind oft nur dann drin, wenn du es dir finanziell leisten kannst.

Wir wollen keine Kultur, die ausgrenzt, die uns von oben diktiert wird, die nach kommerziellen Spielregeln funktioniert und die sich nur wenige leisten können. Wir wollen Kultur nicht bloß stumpf konsumieren, sondern selbst hervorbringen – in einem kollektiven, schöpferischen und solidarischen Prozess. Wir wollen eine Kultur, die sich an unseren gemeinsamen Wünschen und Bedürfnissen orientiert, bei der sich jede*r einzelne einbringen und ausdrücken kann. Wenn du Interesse oder sogar schon Ideen hast, bist du herzlich willkommen.

 

Das Projekt „Mitgestaltungspunkt Wolfenbüttel – Begegnung durch Beteiligung“ findet im Rahmen des Bundesprogrammes „Gesellschaftlicher Zusammenhalt – Vor Ort. Vernetzt. Verbunden.“ statt und wird durch das Bundesministerium des Innern und für Heimat über den AWO-Bundesverband gefördert. Weitere Förderer sind die die Wolfenbütteler Heimatstiftung sowie die Wolfenbüttel-Stiftung.

 

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